Die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, hat große Konsequenzen für das unternehmerische Europa. Das gilt auch für Webshops, die im Vereinigten Königreich Geschäfte machen, oder für britische Geschäfte, die an Verbraucher in der EU verkaufen.
Ein unsicherer Finanzmarkt, ein starker Rückgang des Wechselkurses für das Pfund. Die Auswirkungen des Brexit sind schon heute zu spüren. Aber was werden europäische und britische Online-Shops von dem britischen Austritt bemerken, der noch zwei Jahre entfernt ist?
Dexport
Britische Medien sprechen von den katastrophalen Auswirkungen, die der Brexit auf ihren E-Commerce-Markt haben wird. Mehr als 50 Prozent der Exporte britischer Online-Unternehmen gehen in Länder der EU. Laut dem Volo Online Retail Dexport Index machen die Exporte 20 Prozent des gesamten Online-Handels aus.
Top-Märkte
Die wichtigsten Märkte für das Vereinigte Königreich sind Deutschland und Frankreich mit 40 Prozent der grenzüberschreitenden Verkäufe; Belgien, Schweden und Irland sind für den Paketmarkt sehr wertvoll. Auch aus Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien kommt viel Online-Verkehr für britische Online-Händler.
Personalkrise
Bei der Abwicklung von Online-Bestellungen werden die Briten einen schweren Stand haben, wenn es darum geht, Mitarbeiter für das Verpacken dieser Bestellungen zu finden. Laut Webinterpret sind die Briten schon jetzt unterbesetzt, um alle digitalen Bestellungen zu bearbeiten. Mit der Schließung der Grenzen - und dem damit verbundenen Zustrom arbeitswilliger Osteuropäer - wird eine Arbeitskräftekrise ausbrechen, so die Nachrichtenseite.
Konsequenzen für niederländische Shops
Wie wird sich das auf niederländische Webshops auswirken, die an britische Verbraucher verkaufen? Kurz und bündig:
- Es wird teurer sein, an britische Verbraucher zu liefern als an Kunden in anderen EU-Ländern.
- Unterschiedliche Einfuhrbestimmungen zwischen den EU-Ländern und neue Grenzkontrollen werden zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Online-Bestellungen an Briten führen.
- Die Wahrscheinlichkeit, dass europäische Verbraucher/innen online in Großbritannien einkaufen, wird sinken.
Digitaler Binnenmarkt
Die Briten sind nicht mehr an der Entwicklung des Digitalen Binnenmarktes beteiligt, einem Plan der Europäischen Kommission, der den grenzüberschreitenden elektronischen Handel in der EU erleichtern soll. Daher profitieren sie auch nicht von den gemeinsamen Regeln für Geoblocking, Mehrwertsteuersätze und Big Data, die in den nächsten Jahren ausgearbeitet werden sollen.
Das Cross Border E-Commerce Event findet am 7. September in Utrecht statt. Unter anderem werden Mister Spex und Bakker.com berichten, wie sie erfolgreich im Ausland verkaufen, auch in Großbritannien. Dieser Artikel erschien zuvor auf twinklemagazine.nl.